Bei der Mitgliederversammlung des Hospizvereins im Pfaffenwinkel hatten Vorstand und Leitungen der verschiedenen Bereiche viel Positives zu vermelden.
Gute Laune lag in der Luft, als sich der Hospizverein im Pfaffenwinkel am 23. September zur jährlichen Mitgliederversammlung traf. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Dorsch übernahm Jakob Schaetz den Bericht des Vorstands mit dem vorweggenommenen Fazit: „Anders als oft in den Nachrichten habe ich heute nur Gutes zu vermelden“. Allein die Tatsache, dass gut 150 Mitglieder der Einladung gefolgt seien, sehe er als Zeichen für die breite Basis, auf die sich der Verein in allen Entscheidungen stützen kann. „Sie bauen gerade für 20 Millionen, das ist Ihre gemeinsame Entscheidung“, richtete er sich an die Anwesenden im Hinblick auf die aktuell große Aufgabe mit Neubau zweier Hospize, für Kinder und für Erwachsene.
Vorstand zieht positive Bilanz: Neubau auf Kurs
Es folgte ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres, beginnend mit dem überwältigenden Interesse an der Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses darf sich der Ambulante Dienst über 21 neue Hospizbegleitende freuen. Die alljährliche Lesung der Heiligen Nacht mit Dieter Fischer und Ursula Maria Burkhart als eigene Benefizveranstaltung des Hospizvereins war an zwei Terminen ausverkauft, auch 2026 werden wieder zwei Termine angeboten. Ein wichtiger Meilenstein war die Grundsteinlegung im Frühjahr 2026 im Beisein von Landtagspräsidentin und Schirmherrin Ilse Aigner. Für die gemeinnützige GmbH, die das Kinderhospiz betreiben wird, wurde die bislang ehrenamtliche Geschäftsführung durch zwei hauptamtliche Geschäftsführer abgelöst. Jakob Schaetz dankte Josef Leis und Andreas Schalk für ihr Engagement und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit in dieser Funktion mit Steffen Röger und Simone Kraus, die sich die Aufgabe seit Juli 2026 teilen. Ebenfalls seit Juli wird der Ambulante Kinderhospizdienst angeboten, der gerade neu aufgebaut und in der Region eingeführt wird. Auch was das Neubauprojekt betrifft, zeigte sich Jakob Schaetz höchst zufrieden: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass wir so wenige Probleme haben werden, sowohl mit dem Bauprojekt an sich als auch mit der Finanzierung.“ Gleichwohl betont er, dass für die Inneneinrichtung der neuen Räume noch weitere 3 Millionen Euro an Spenden nötig sind. Nach dem Bericht der Steuerkanzlei mit dem betriebswirtschaftlichen Vergleich der letzten zwei Jahre wurde dieser von den Mitgliedern die Entlastung erteilt.
Tätigkeitsberichte: Mensch im Mittelpunkt
Alexandra Meyer, die leitende Koordinatorin des Ambulanten Dienstes, leitete ihren Tätigkeitsbericht mit den Worten „bei meinen Zahlen steht immer der Mensch im Mittelpunkt“ ein. Als wichtige Basis bezeichnete sie die 10 Ortsgruppen mit ihren mehr als 180 ehrenamtlichen Hospizbegleitenden, die allein in den letzten drei Jahren um 54 neue Mitglieder gewachsen sind. Diese verbrachten im Jahr 2025 beeindruckende444.000 Minuten „am Bett“ von begleiteten Menschen, in Tage umgerechnet 308 Tage mit 24 Stunden. Neu in ihrer Position als Einrichtungsleitung berichtete Anja Leopold von der Arbeit des Stationären Hospizes, wo 120 Gäste begleitet werden konnten. „Zwölf Personen waren nach einiger Zeit so stabil, dass wir sie wieder entlassen konnten, auch das gibt es“, machte sie deutlich.
Ebenfalls neu in ihrer Position ist Doris Lutz, die vom Start des Ambulanten Kinderhospizdienstes berichtete, der ebenfalls Anfang Juli startete. Sie und ihre Kollegin Verena Leinen sind noch intensiv damit beschäftigt, Netzwerke zu etablieren, Konzepte zu entwickeln und einen funktionierenden Rahmen zu schaffen. Zwei Familien werden auch schon begleitet, und auch hier sind bereits ehrenamtliche Familienbegleitende im Einsatz.
Steffen Röger, der weiterhin auch Geschäftsführer des Erwachsenenhospizes sein wird, erzählte vom Baubeginn und der immensen Lärmentwicklung in den ersten Wochen: „Können wir überhaupt noch betreiben?“ Die Frage trieb ihn um bis er immer wieder von Angehörigen hörte: „Danke, dass Sie da sind, Sie sind für uns die Rettung in der Not.“ Er richtete in diesem Zusammenhang auch einen großen Dank an das stationäre Team, das Lärm und Staub mit aushalten musste. Auch er betonte, hinter allen Zahlen und Aufgaben stecken Menschen, die anpacken und Zeit schenken, und würdigte das Engagement von allen Mitarbeitenden, Ehrenamtlern, Vorständen, Palliahome, der Gemeinde Polling, Vereinsmitgliedern, Förderern und Spendern und Sr. Raphaela als „guten Geist“ des Hauses, die jeden Morgen an seine Tür klopft für einen kleinen Austausch, bevor der Tag Fahrt aufnimmt. „Es ist schön, so einen Geist im Haus zu haben.“ Und dieser gute Geist herrsche auch im übertragenen Sinn in allen Bereichen des Hospizes.
Stiftung, Förderverein und Ehrungen
Erfreuliche Berichte gab es auch aus der Stiftung, die sich laut Vorsitzendem Dr. Anton Schuster über eine Reihe von Immobilienübertragungen freuen kann. Diese trugen dazu bei, das Grundstockvermögen fast zu verdoppeln und damit die Basis für den Betrieb der beiden Hospize weiter zu festigen. Der Förderverein, vertreten durch Martin Pape, konnte ebenfalls von Mittelzuführungen an das Neubauprojekt berichten.
Abschließend erläuterte Andreas Schalk für den Vorstand die aktuelle Situation auf der Baustelle. Dabei empfahl er einen Spaziergang zum Bauzaun, der von Kindern der Pollinger Grundschule kreativ gestaltet wurde. Nach vielen Vorarbeiten wurde im August ein Generalauftrag für die gesamte Bauausführung vergeben, die Fundamente sind geschaffen, die Bodenplatte gegossen, die ersten Mauern stehen. Mitte Februar 2027 soll der Rohbau errichtet sein, bis März 2028 der Innenausbau erfolgen. Eine Inbetriebnahme der beiden Häuser ist für Mitte 2028 vorgesehen.
Eine Tradition im Hospizverein ist die Ehrung langjähriger Mitglieder. Eine Sonnenblume als kleines Symbol des Dankes gab es für 20-jährige, 25-jährige und 30-jährige Mitgliedschaft im Verein. Nach vielen Fakten und Zahlen rundete Simone Kraus mit charmanten Dankesworten an die Anwesenden den Abend ab.
Die Pressemitteilung können Sie sich hier herunterladen.







